Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)

Altenpflegeheim

Bergstraße - Brandis

Dies ist ein Heim der Altenheimgesellschaft Muldental gGmbH


Bergstraße 2A, 04821 Brandis, Tel.: (03 42 92) 4 17 30, E-Mail: info@altenpflegeheim-brandis.de

Neues von der Sturzprophylaxe

Gestürzt wird überall : die Kurse an den Börsen, der Wasserfall in die Tiefe, manchmal auch in Schulden oder ins Unglück- und wie der Teufel es will : man stürzt der Länge nach mehr oder weniger heftig hin.

Die Stürze sind schon immer ein Problem, wir beginnen damit, sobald wir entdecken, dass unsere Füße zum Laufen da sind.
Als Kind ist das kein Grund zur Katastrophe, man fällt auf das weich gepolsterte Hinterteil; später zeigt man stolz seinen Freunden die Narben vom letzten unfreiwilligen Abstieg vom Fahrrad.

Im Laufe der Jahre merkt man selber, dass immer mehr Unsicherheiten dazu kommen - man klettert nicht mehr auf Bäume, steigt kaum noch auf Tischen und Stühlen herum, selbst die Leiter ist einem dann nicht mehr sicher genug. Die Absätze werden flacher und das Licht im Raum wird immer eher angeschaltet. Ist man dann tatsächlich doch gestürzt, braucht es immer länger, bis man wieder sich sicher bewegen kann und keine Angst mehr hat.

Zeit für die Sturzprophylaxe???

Eigentlich ist es dann aber allerhöchste Zeit, es brennt schon!
Keiner wird natürlich mit 20 oder 30 zu sich sagen: "Du musst was gegen deine spätere Sturzgefahr tun, irgendwann bist du alt und dann fällst du aber mit schlimmen Folgen hin!" Im täglichen Leben sollte man sich manchmal selber beobachten : sieht man schlechter, hat man weniger Kraft in den Händen und Knien, wird man schnell unsicher beim rückwärts laufen, wird es einem schwindlig beim Bücken.
Es gibt viele Gründe für einen Sturz, die wir selber beeinflussen können. Wir treiben Sport, essen vernünftig, gehen beizeiten zum Arzt, trinken genug und und und …!

Trotzdem werden wir immer mit Stürzen leben müssen, besonders im Alter werden die Verletzungen nach einem Sturz schwerer und verheilen deutlich schlechter als in der Kindheit.

Natürlich wird seit Jahren in den Heimen allerhand gegen die Sturzgefahr getan, auch unser Heim ist ein Vorreiter in Sachen Sturzprophylaxe. Standard, Hüftschutzgürtel und -hosen, Einrichtung, Therapien, Begutachtungen usw. halten seit Jahren die Menge an Stürzen relativ niedrig.

Vor gut 2 Jahren rief die AOK Plus ein Projekt "Sturzprävention - aktiv bleiben im Pflegeheim" ins Leben, welches für 3 Jahre angesetzt ist. In diesem Zeitraum sollten in allen beteiligten Heimen der Expertenstandard "Sturzprophylaxe" richtig umgesetzt und gleichzeitig eventuelle spezifische Ursachen für Sturzursachen erkannt und vermieden werden.
Außerdem interessiert das Alter der Gestürzten, der Zeitpunkt des Sturzes, die Fußbekleidung, die eventuell gestellte Diagnose Demenz sowie die Teilnahme an den Übungen zur Sturzprophylaxe.
Ein wichtiger Teil der Sturzprävention ist die exakte Durchführung von vorgegebenen Übungen zur Kraft- und Gleichgewichtsstabilisierung, die von renommierten Wissenschaftlern ausgearbeitet wurden.
In jedem Heim wurde ein Mitarbeiter ausgewählt, der als Übungsleiter eine Gruppe von Bewohnern übernahm und über seine Arbeit einen Nachweis führt.
Unsere Gruppe besteht wechselnd aus 6 bis 8 Bewohnern mit unterschiedlichen Erkrankungen und Alter, Vorraussetzung war, dass die Probanten stehen und laufen können.
Wir üben immer eine Stunde und dies läuft ungefähr so ab:
Lockerungs- und Dehnungsübungen
Übungen mit verschiedenen Medien wie Bälle, Theraband, Sandsäckchen, Luftballons
Gleichgewichtsübungen im Sitzen und Stehen
Kraftübungen im Stehen

Bei den Kraftübungen bekommt jeder Bewohner eine Manschette mit Gewichten um die Unterschenkel und muss dann die vorgeschriebenen Übungen durchführen. Ich bin mittlerweile richtig stolz auf meine Gruppe. Obwohl jeder echt kämpfen muss, hat noch keiner aufgegeben und führt die Übungen sauber aus.

Die AOK Plus hat auch den beteiligten Betrieben eine Sturzauswertung gesendet und unser gemeinsames Wirken aller Betriebsangesellten hat in unserem Heim eine positive Bilanz ergeben.

Wir werden natürlich weiter am Ball bzw. auf den Beinen bleiben und hoffen, dass die Erdanziehungskraft für unsere Heimbewohner nicht zum größeren Problem wird!

In diesem Sinn - Bleiben Sie schön senkrecht!!

Ihre Dagmar Wündisch (Ergotherapeutin)

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