Sturzprophylaxe
Wir alle leben tagtäglich mit vielen Risiken - muss das sein?
Ja, man muss diese Risiken auf sich nehmen, um überhaupt am
Leben teilhaben zu können.
So z.B. beginnt jeder Tag schon mit einem Risiko in dem wir am Morgen
aufstehen.
Was könnte da schon alles passieren?
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Man könnte stürzen, sich etwas brechen u.v.m..
Stürze stellen insbesondere für ältere und
kranke Menschen ein hohes Risiko dar.
Sie gehen häufig mit schwerwiegenden Einschnitten in
die bisherige Lebensführung einher, die von Wunden und
Frakturen über Einschränkungen des Bewegungsradius
infolge verlorenen Vertrauens in die eigene Mobilität
bis hin zum Verlust einer selbständigen Lebensführung
reichen.
Durch rechtzeitige Einschätzung der individuellen Risikofaktoren,
eine systematische Sturzerfassung, Informationen und Beratung
von Patienten, Bewohnern und Angehörigen sowie gemeinsame
Maßnahmeplanung und Durchführung kann eine sichere
Mobilität gefördert werden.
Risiken, die Stürze im Alter beeinflussen, sind z.B.:
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- Funktionseinbußen und Funktionsbeeinträchtigungen
- Gebrechlichkeit
- Einschränkungen der Sehfähigkeit und des Hörvermögens
- Beeinträchtigung der Kognition und Stimmung
- Erkrankungen, die zu kurzzeitiger Ohnmacht führen
- Inkontinenz
- fehlende Fein- und Grobmotorik
- Nicht - Erkennen von Gefahren
- unangepasste Verwendung von Hilfsmitteln
- nicht angemessene Kleidung - besonders Schuhwerk
Aber auch Krankheiten, wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose,
Demenz, Osteoporose, Lähmungen nach Schlaganfall, Gangunsicherheiten
und Gleichgewichtsstörungen sind wichtige Faktoren.
Nicht zu vergessen sind vor allem Medikamente, die durch ihre Wirkungen
und Nebenwirkungen sehr viel Einfluss auf den menschlichen Körper
haben können.
Um all diesen Einflüssen entgegen zu wirken, hat man Sturzprophylaxen
entwickelt.
Was bedeutet Sturzprophylaxe?
Unter Sturzprophylaxe versteht man Maßnahmen zum Vorbeugen
und Vermeiden von Stürzen. Pflegekräfte, Therapeuten,
Hilfskräfte, ja sogar das gesamte Personal soll in der Lage
sein, wirksam einzugreifen, um Stürze zu vermeiden und Sturzfolgen
auf eine Minimum zu reduzieren.
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Wie erkennt man Sturzgefahr - was fällt auf?
- Gangbild ist sehr langsam oder unregelmäßig
- Balancestörungen
- Kraft- und Leistungsminderung beim Aufstehen
- geistige Leistungsminderung
- verschlechtertes Sehen
- Probleme an Beinen und Füßen
- Gehilfen erforderlich
- Beweglichkeit und Gehleistungen werden allmählich
immer schlechter
- mehr als 4 Medikamente pro Tag oder bestimmte Medikamente,
wie Psychopharmaka, Antidepressiva u.a.
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Schon seit Eröffnung unseres Hauses 1998 werden Sturzprophylaxen
mit Erfolg durchgeführt.
Es finden regelmäßig interne und externe Weiterbildungen
zu diesem Thema statt, in denen für alle Mitarbeiter des Hauses
entsprechende Tipps gegeben werden, wie jeder seinen Beitrag zur
Sturzprophylaxe beitragen kann.
Dies geht schon mit den einfachsten Hinweisen los, dass man z.B.:
- darauf achtet, das die Gänge frei von herumliegenden Dingen
sind
- die Fußböden trocken und rutschfest sind
- das richtiges Schuhwerk getragen wird
- die Lichtverhältnisse angepasst sind
- u.s.w..
In unserer Einrichtung finden regelmäßig Therapien statt,
in denen die Ergotherapeuten mit den Bewohnern und Gästen,
die aus Brandis in unser Haus kommen, Übungen zur Sturzprophylaxe
durchführen.
Ziele diese Übungen sind:
- Kräftigung der Muskulatur
- Erhalt des Gleichgewichtes
- Schulung der Koordination
- Erhalt der Gelenkbeweglichkeit
- Schulung des Reaktionsvermögens
- Schulung der vestibulären Wahrnehmung
- Erhalt der Grob- und Feinmotorik
- Schulung von gezielten Bewegungen
- Erhalt der Kondition
- Erhalt der Aufmerksamkeit, des Konzentrationsvermögens
- Erhalt der Körperwahrnehmung
- Erhalt der Sensibilität
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Diese Therapien werden sehr gut angenommen und die Senioren haben
viel Spaß und Freude dabei.
Außerdem - wer trainiert schon gern allein?!
In der Gruppe macht es doch sowieso mehr Spaß und einer spornt
den anderen an.
Wir bieten unsere Therapien allen Senioren an, auch denen, die nicht
in unsere Einrichtung leben.
Herzlich eingeladen sind alle Interessenten, sich regelmäßig
an den Therapien und Angeboten unsere Hauses zu beteiligen.
Durch das Zusammenspiel aller ist es uns gelungen, das Sturzrisiko
bzw. die Sturzrate zu senken.
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Ein sehr wichtiger Punkt ist auch die Zusammenarbeit mit
den Angehörigen und Betreuern der Bewohner.
Durch die richtige Aufklärung sind sie gern bereit für
ihre Mütter, Väter oder zu Betreuenden Hilfsmittel,
wie Hüftschutzhosen oder -gürtel zu kaufen, und
leisten somit auch einen wichtigen Beitrag zur Sturzprophylaxe.
Außer Hilfsmittel und die bereits genannten Dinge,
ist eine gezielte Ernährung, ausreichende Ruhephasen
und Ausgeglichenheit von großer Bedeutung für die
Menschen, die in unserem Haus leben.
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Wie heißt es so schön: "In einem gesunden Körper
ruht ein gesunder Geist".
Das wichtigste Ziel, welches wir uns gestellt haben, ist, eine
hohe Lebensqualität auch im Alter zu sichern.
Bericht: Grit Koppitz, Silke Skupin
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