Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)

Altenpflegeheim

Bergstraße - Brandis

Dies ist ein Heim der Altenheimgesellschaft Muldental gGmbH


Bergstraße 2A, 04821 Brandis, Tel.: (03 42 92) 4 17 30, E-Mail: info@altenpflegeheim-brandis.de

Qualitätscheck für Altenheime (26.08.2004)

Brandis. Das bundesdeutsche Altenheim-Leben macht häufig nur Schlagzeilen, wenn's Schauriges zu berichten gibt. Wie gut oder wie schlecht es hier zu Lande wirklich ist, will jetzt die Regionalgruppe Sachsen-Thüringen der deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung (DED) ergründen. Hans-Werner Bärsch, Geschäftsführer des Altenpflegeheimes Bergstraße, ist Mitinitiator der Qualitätsoffensive "Heimleiter visitieren Heimleiter". Eine erste Auswertung zeigt: Altenheime aus dem Regierungsbezirk Leipzig haben in puncto Qualität die Nase vorn.

Insgesamt hatten sich acht Häuser unterschiedlichster Träger der Sachsen weiten freiwilligen Überprüfung gestellt. Knut Bräunlich, Leiter eines Rochlitzer Heimes, hat sie im Rahmen der Aktion alle selbst besucht und gemeinsam mit einem stets hausfremden Kollegen getestet. "Grundlage dafür waren die objektiv nachprüfbaren Abschnitte vom Fragenkatalog des Medizinischen Dienstes der Kassen. Aus diesem Dokument wurde eine Liste von für jeden nachvollziehbaren Qualitätskriterien zusammengestellt. Bewertet haben wir das mit einem einfachen Punktesystem", so Bräunlich.

Spitzenplatz für Raum Leipzig

Es sei um theoretische Dinge wie das Vorhandensein eines Pflegeleitbildes, eines Demenz- und Ernährungskonzeptes sowie ähnlicher Dokumente gegangen, die laut Gesetz gefordert sind. Praktisch habe man zum Beispiel geguckt, wie mit Verantwortung und Befugnissen umgegangen wird; wie es um Hygiene, Unterkunft und Verpflegung steht. Die soziale Betreuung - sprich Zielgruppenangebote, Angehörigenarbeit, Sterbebegleitung und die Mitwirkung der Bewohner an Entscheidungen - habe ebenso eine Rolle gespielt wie die Schulung der Mitarbeiter und ihre Dienstpläne.

"Insgesamt konnten 277 Punkte erreicht werden", erklärt Bärsch. Die beteiligten Häuser des Regierungsbezirkes Leipzig hätten dabei mit 256 bis 274 Punkten ein "sehr gut" erzielt und die Spitzenplätze belegt. Laut Bräunlich, dessen Pflegeheim nicht am Test teilnahm, hat die Qualitätsoffensive derzeit noch einen internen Charakter, weswegen man sich hinsichtlich der Namen der beteiligten Einrichtungen zur Geheimhaltung verpflichtet habe. Doch angesichts der Tatsache, dass es letztlich um eine leistungsgerechte Preisfindung bei den Pflegesatzverhandlungen mit den Kostenträgern - das sind die Kassen, der Landeswohlfahrtsverband und die Heimbewohner - geht, sei ihm klar, dass man mit den Ergebnissen solcher Qualitätsvergleiche auch bald an die Öffentlichkeit gehen muss. "Es gibt ja zum Beispiel zu denken, wenn der, den wir mit 153 Punkten am minimalsten bewerteten, die gleichen Preise hat wie jener mit etwa 254", fügt Bärsch hinzu. "Ich denke, so fängt mancher an, Schularbeiten zu machen."

Die Kontrolle habe nicht zuletzt gezeigt, dass sich durchaus auch Einrichtungen privater Träger auf den vorderen Plätzen bewegen, so Bärsch. Das entkräfte schon ein wenig das weit verbreitete Vorurteil, dass Private nur abzocken.

Ministerium interessiert Test

In den nächsten Wochen soll eine Detailauswertung mit Empfehlungen für die Politik, Kostenträger, Verbände sowie Angehörige und Pflegeheime erfolgen. "Sozialministerin Helma Orosz interessiert sich inzwischen auch für unsere Qualitätsoffensive", so Bärsch. Im nächsten Jahr wird sie wiederholt. Schon jetzt hätten sich fünf weitere sächsische Heime zur freiwilligen Kontrolle angemeldet.

Angelika Raulien (entnommen aus LVZ, 1.8.2004)

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